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Namen
Biotin ist eine prosthetische Gruppe (Nicht-Eiweißverbindung, die stärker als ein Coenzym an Eiweiße bindet), die in der Natur weit verbreitet ist und beim Menschen eine wichtige Rolle beim Fett- und Zuckerstoffwechsel spielt. Biotin wird auch als Vitamin H oder Vitamin B7 bezeichnet.
Medizinische Daten
Biotinmangel ist selten, kann aber bei Aufnahme von großen Mengen von Rohei eintreten, da das Eiklar Avidin enthält, das an Biotin bindet und seine Aufnahme im Darm blockiert.
Der genaue Bedarf ist nicht bekannt, folgende Tagesmengen können als Richtwerte gelten: (RDA)
0-6 Monate 35 µg (Mikrogramm)
6-12 Monate 50 µg
1-18 Jahre 100-200 µg
über 18 Jahren 100 µg
Während Schwangerschaft und Stillzeit: zuzüglich 50 µg
Die deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für Erwachsene lediglich 30-60 µg/Tag.
Therapiebereich: 50 µg-15 mg
Mangelerscheinungen (Hypovitaminose)
Hautstörungen, Haarausfall, Spröde Nägel, Blutarmut, Depressionen, Müdigkeit, Ohnmacht, Appetitlosigkeit, Muskelschmerzen, erhöhte Gesamtcholesterinwerte, Unterzuckerung (Hypoglykämie), Entzündung der Zunge (Glossitis)
Folgen einer Überdosierung (Hypervitaminose)
Verzögerte oder Verringerte Insulinausschüttung, erhöhter Bedarf an Vitamin C und an Vitamin B6, Erhöhte Blutzuckerwerte
Vitamin B-Gruppe
Hier handelt es sich um eine Sammelbezeichnung wasserlöslicher Vitamine, unterschiedlicher, chemischer Zusammensetzungen. Außer den eigentlichen B-Vitaminen, wie B1 Thiamin, B2 Riboflavin, B6 Pyridoxin und B12 Cobalamin rechnet man noch Biotin, Folsäure, Nicotinsäure und Pantothensäure hinzu. Die Gruppe der B-Vitamine kommt in tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln vor. Ohne die Faktoren der B-Gruppe laufen fast keine biochemischen Prozesse im Körper ab. Vitamine der B-Gruppe stellen keine einheitliche Klasse dar. Sie sind chemisch und pharmakologisch völlig verschiedene Substanzen. Einzelne B-Vitamine kommen in der Natur niemals isoliert vor. Aus diesem Grund wirken sie in der Regel auch im Verbund.
Geschichte
Die Entdeckung der Substanz verlief in mehreren Schritten:
1898 - Steinitz - Vitamin H (von Haut)
1901 - Wildiers - Bios
1927 (M. A. Boas?) - Beschreibung des "Eiweiß-Verletzungs-Syndroms", eine Form der Dermatitis
1931 Paul György - Vitamin H
1936 - Fritz Kögl und B. Tönnis - Isolierung von Biotin aus 1000 frischen Eidottern
1940 - G yörgy - Feststellung, dass Biotin identisch mit Vitamin H und Coenzym R ist
1942 - du Vignaud - Aufklärung der chemischen Struktur
1943 - Harris - erste chemische Synthese
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